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Wie Gitarre üben: Talent oder Wiederholung?

  Wenn ich heute nochmal von Null anfangen müsste… …und ich hätte jeden Tag nur eine Stunde Zeit zum Üben, würde ich eine halbe Stunde Gitarre üben und eine halbe Stunde Bücher darüber lesen, wie man lernt. Alles, was in den Büchern vorgeschlagen wird, würde ich umsetzen. Und erst wenn sich große, merkliche Veränderungen in meiner Lerngeschwindigkeit und -effektivität einstellen, würde ich beginnen, die Lesezeit zu verkürzen und mehr zu üben. 40min üben, 20min lesen. 45min üben, 15min lesen.  50min üben und 10min lesen. Vielleicht sogar irgendwann 55min üben und nur noch 5min lesen. Aber ich würde  niemals mit dem Lesen aufhören , solange ich nicht alles zum Thema Lernen gelesen hätte. [Randnotiz: Ich lese wann immer ich kann Bücher zu  allen  Themen, die mir in irgendeiner Weise helfen können, ein besserer Musiker zu werden.] Denn wenn man Bücher übers Lernen oder das Gehirn liest, oder auch wenn man Interviews und Biographien berühmter Musiker liest, erfährt man
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Kreativität: Das Klischee & das Neue

Im Idealfall bewegt sich gute Musik – genau wie ein guter Film oder ein guter Witz – in einem Spannungsfeld zwischen erfüllten und nicht erfüllten Erwartungen. Werden zu viele Erwartungen erfüllt, dann können wir im Prinzip vorhersagen, was als nächstes passiert. Das macht Musik hören sehr langweilig. Wenn wir dagegen ständig überrascht werden, wenn wir uns auf nichts einstellen können, dann sind wir überfordert. Wir können der Musik nicht folgen, erkennen keinen Zusammenhang zwischen dem Gespielten und dem, was folgt. Darauf gibt es dann zwei Reaktionen: 1.) Wir fühlen uns ungenügend, weil wir anscheinend zu blöd sind, die Musik zu begreifen. 2.) Wir erklären die Musik für blöd/schlecht/langweilig. Das muss gar nichts mit der Musik selbst zu tun haben. Der Hörer selbst entscheidet, welche Musik „gut“ ist: Ob nun Avantgarde-Jazz „geil“ ist – oder eher Death Metal. WIE WIR HÖREN Ich behaupte, die meisten Musikhörer wollen so gut wie kein e Überraschung abseits ihrer

Kann man mit YouTube-Videos Gitarre lernen?

  „ Wären mehr Informationen die Lösung – wir wären alle Milliardäre mit Sixpack. “ (Derek Sivers) Wir leben in einer unglaublichen Zeit. Das World Wide Web erlaubt es, auf das gesamte Wissen der Welt zuzugreifen. Jederzeit und von jedem Ort aus können wir mit unseren Laptops, Smartphones oder Tablets alles in Erfahrung bringen, was uns gerade interessiert. Die einzige Voraussetzung ist ein Internetzugang. Und den gibt es dank LTE-Technologie fast überall – egal ob im Stadtpark, auf der Autobahnraststätte oder am Ostseestrand. Wer etwas Bestimmtes lernen will, dem bieten sich dadurch unglaubliche Möglichkeiten. Jeder kann nach Belieben das Format wählen, was ihm im jeweiligen Moment gerade passend erscheint: Online-Kurs, E-Book, Webinar, Newsletter-Challenge, Live-Stream, Blogs, Apps, etc. Aber warum kann und weiß nicht jeder alles, was er gern können und wissen möchte? Als ich mit Gitarre spielen anfing, war es nicht leicht, an Informationen zu kommen. YouTube ga

Warum deine Schwächen deine Gaben sein können

“ Sebastian muss lernen, seine Phantasie zu zügeln.” Jetzt bin ich Musiker und Content Creator. Ich lebe von meiner Phantasie. “ Du rede s t zu viel und b ist ein Besserwisse r. ” Heute bezahlen mich Leute, um meine Ratschläge zu hören. “ Sebastian muss lernen, die Meinung anderer zu akzeptieren.” Stand genau so nicht nur einmal auf meinen Zeugnissen. Hätte ich mich an den letzten Ratschlag gehalten, wäre ich wohl niemals Musiker geworden. Als ich diese Entscheidung traf, gab es  NIEMANDEN in meinem Umfeld , der gesagt hat: “Das ist toll, mach das!” Im Gegenteil, ich habe NUR Negatives abbekommen. Wäre es besser für mich gewesen, wenn ich mich leichter von den (wohlgemeinten) Meinungen anderer überzeugen lassen hätte? Mit Mitte Zwanzig habe ich ein Video von Vera F. Birkenbihl gesehen. Dort erklärte sie: Was andere als Schwäche bei jemandem bezeichnen, sind ganz oft die eigentlichen Stärken eines Menschen. Ihr hätte man früher oft gesagt, sie würde viel zu viel Reden. Als diese

Kurze Fragen* – schnelle Antworten

Lern mich besser kennen in 22 kurzen Fragen*. *Da ich nicht bekannt genug bin, dass große Gitarrenmagazine mich zum Interview laden, habe ich mir kurzerhand selbst die Fragen gestellt, auf die ich immer schon gern mal eine Antwort geben wollte. ;-) 1 . ) Wer war dein erstes Vorbild an der Gitarre? Otto Waalkes – kein Witz! Wegen ihm habe ich angefangen, Gitarre zu spielen. 2.) Wer ist dein Lieblingsgitarrist? Eigentlich unmöglich zu beantworten. Wenn ich mich wirklich auf einen festlegen muss: Brad Paisley. 3.) Wenn du nur 3 Pedale auf deinem Pedalboard haben dürftest, welche wären es? Verzerrer (Radial Trimode). Delay (Way Hughe Aqua Puss). Stimmgerät (egal). 4.) Spielst du ein anderen Instrument gut genug, um es in einer Band zu spielen? Nein. Vielleicht könnte ich auf einem E-Bass so tun, als könnte ich das spielen. Aber jeder würde hören, dass ich nicht wie ein Bassist spiele, sondern wie ein Gitarrist. 5.) Welche drei Alben würdest du mit auf die berühmte einsame Insel mi

Lern mehr Akkorde (...und werde jeden Tag ein bisschen besser dadurch!)

Es ist eigentlich kein großes Geheimnis: Um besser zu werden, muss man Dinge üben, die man (noch) nicht kann . Es ist so simpel. Wenn du dich täglich mit Dingen auseinandersetzt, die neu für dich sind, die dir schwer fallen, die volle Konzentration von dir verlangen, wirst du besser. Nicht sofort, aber über einen bestimmten Zeitraum hinweg. Du musst nur dran bleiben. Der Beginn Als du angefangen hast, Gitarre zu lernen, hat dir wahrscheinlich irgendjemand einen Akkord gezeigt, E-Moll (oder was auch immer). Und zuerst fühlten sich deine Finger ganz komisch auf dem Griffbrett an. Es war vielleicht unangenehm, die Fingerspitzen so fest gegen die Saiten und das Griffbrett zu drücken. Es tat ein bisschen weh. Der Akkord klang nicht gleich richtig, weil du ein paar Saiten nicht zum klingen gebracht hast oder durch einen falschen Winkel der Hand die Leersaiten abgedämpft hast. Doch du hast es immer wieder versucht und nach ein paar Tagen (oder vielleicht auch etwas länger)... ...klang auf